Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder und Freunde der österreichischen Gesellschaft für Parapsychologie!

  
Newsletter N° 39 – Wien, 24. März 2010
 
INHALT:

  1. Programm
  2. Forschungsmittel
  3. Veranstaltungen in den nächsten Monaten (Erinnerung)
  4. Film
  5. Literaturhinweise

Wie üblich vor Beginn des Semesters bzw. der Vortragssaison ein Newsletter, der diesmal kurz ausfällt. 

1. VORTRAGSPROGRAMM:

Unser Vortragsprogramm für dieses Semester <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> hat zwei Schwerpunkte, der eine liegt auf „Klinischer Parapsychologie“ und Beratung, der andere auf Problemen des sogenannten „Physikalischen Mediumismus“ (wobei es um die Phänomene geht und nicht um den interpretativen Kontext, in welchem sie üblicherweise auftreten).
 
Alejandro Parra vom „Institute of Paranormal Psychology“ in Buenos Aires, Argentinien, wird über die zugrundeliegenden Modelle und die theoretischen Ansätze der dortigen Beratungsaktivitäten referieren, wobei er auch mehrere Fallberichte bringen wird. Der Vortrag findet ausnahmsweise an einem Freitag statt; der Referent wird englisch sprechen, die dazugehörigen PPT-Folien sind jedoch ins Deutsche übersetzt.
 
Wim Kramer aus Utrecht wird zunächst bei uns über Leben und Werk des bekannten niederländischen Paragnosten Croiset (und dabei auch über das Werk von W. H. C. Tenhaeff) sprechen und dazu ein 25-minütiges Filmdokument zeigen. Auch dieser Vortrag wird in englischer Sprache gehalten, die Diskussion mag aber auf Deutsch stattfinden.
 
Am darauffolgenden Mittwoch wird Wim Kramer, der der Gründer und jahrelanger Leiter des „Parapsychologisch Adviesbureau“ in Utrecht gewesen ist, an der Sigmund Freud PrivatUniversität (SFU) <http://sfu.ac.at/> einen Vortrag „Paranormal Phenomena & Clinical Practice: Experiences in Counseling“ halten, der eine Kooperationsveranstaltung unserer Gesellschaft mit der SFU darstellt. (Ebenfalls Englisch/Deutsch). Details: <http://sfu.ac.at/data/Kramer_SFU.pdf>
 
Walter Meyer zu Erpen wird seine beiden Vorträge gleich auf Deutsch halten. Im ersten Vortrag diskutiert er das umstrittene Thema des „Ektoplasma“ anhand der Forschungen von Thomas Glendenning Hamilton, dessen riesiges Bildarchiv an der Universität von Manitoba kürzlich auch digital zugänglich gemacht worden ist.
 
In seinem zweiten Vortrag (am Dienstag, ausnahmsweise im Hörsaal III) fokussiert Walter Meyer zu Erpen auf das „Urphänomen“ des Physikalischen Mediumismus, das Tischrücken, das er in einen weiten historischen (von der Mitte des 19. Jhdts bis zur Gegenwart) und einen breiten thematischen Kontext (von der spiritistischen Kommunikation bis zu „Sittergroups“ à la Batcheldor <http://video.google.com/videoplay?docid=6629513578993479726#>) stellt.
 
Der letzte Vortrag im Semester, mein eigener, bleibt beim Thema des „Physikalischen Mediumismus“. Vor einigen Jahren hat der Scole-Report für Aufruhr in der Welt der Parapsychologie gesorgt; nun, wo die „Scole Group“ nicht mehr aktiv ist, liegt der Fokus des Interesses auf einer deutschen Gruppe, dem „Felix Circle“, von dem bemerkenswerte Phänomene berichtet werden und der auch mittels eines weblogs <http://felixcircle.blogspot.com/> selbst an die Öffentlichkeit geht. In dem Vortrag beabsichtige ich, über meine eigenen Beobachtungen in diesem Zirkel zu berichten und die Mitteilungen anderer Besucher des Zirkels zusammenfassend zu referieren.
 
 
2. FORSCHUNGSMITTEL:
 
Der „Helene Reeder Memorial Fund for Research into Life after Death (HRF)“, eine Stiftung in Schweden lobt Forschungsmittel für kleine oder mittlere wissenschaftliche Projekte aus, die, wie der Name der Organisation sagt, für Forschung über ein Leben nach dem Tod zweckgebunden sind. Wie ich schon vor langer Zeit in einem Aufsatz „Der sogenannte wissenschaftliche Spiritismus als parapsychologisches Problem“, erschienen in einem längst vergriffenen Band „Parapsychologie. Ein Handbuch“ (Hrsg. Oskar Schatz, Styria 1976) ausführlich dargelegt habe, halte ich derartige Forschung aus grundsätzlichen Erwägungen heraus für aussichtslos. Aber natürlich kann ich mich – errare humanum ist – in dieser meiner Beurteilung auch irren, und so komme ich gerne dem Wunsch nach, diese Information weiterzugeben. Nähere Details: HRF c/o <edgar.muller@comhem.se>
 
 
3. AUSBLICK AUF KOMMENDE VERANSTALTUNGEN:
(Wiederverlautbarung aus dem vorigen Newsletter zur Erinnerung)
 
3.1
Tagung „Klartraum – Wahrtraum“. Außergewöhnliche Traumerfahrungen in der empirischen Forschung.
26.-28. März 2010
Universität Heidelberg
Veranstalter: Gesellschaft für Anomalistik e. V.
<http://www.anomalistik.de/aktuell/veranstaltungen/tagung-2009-klartraum-wahrtraum.html>
 
3.2
8th BIAL-Symposium „Behind and Beyond the Brain“
7.-10. April 2010
Porto, Portugal
Veranstalter: BIAL-Foundation
<http://www.bial.com/en/bial_foundation.11/symposium.19/%26nbsp.a39.html>
 
3.3
53rd Annual Parapsychological Association Convention
22.-25. Juli 2010
Paris - Enclos Rey
Veranstalter: PA, siehe oben
<http://parapsych.org/breaking-news.html#9>
 
 
4. KINOFILM
 
Ein Film „Männer, die auf Ziegen starren“ ist in den Kinos angelaufen – es handelt sich dabei um einen Klamauk, den ich nur deshalb hier erwähne, weil am Rande parapsychologische Themen angesprochen werden. Darüber unterrichtet die Wikipedia: <http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4nner,_die_auf_Ziegen_starren> mit einem Link zum Lemma „First Earth Battalion“ <http://en.wikipedia.org/wiki/First_Earth_Battalion> (englisch), dort in den Absätzen „The Warrior Monk Ethos“ und „New directions“ weitere Links zu den parapsychologischen relevanten Themen, z. B. dem remote viewing program am SRI. (Vgl. zu dieser Thematik auch <http://parapsychologie.ac.at/programm/ws199900/mulacz/cia.htm>.)
 
 
5. LITERATURHINWEISE:
 
5.1
Hartmut Binder: „Gustav Meyrink: Ein Leben im Bann der Magie“. Vitalis Verlag, 2009, ISBN 978-3899190786. Es handelt sich um einen gewichtigen Band von fast 800 Seiten mit ebenso gewichtigem Inhalt, der unbedingt eine ausführlichere Rezension verdient, die allerdings erst im nächsten Newsletter erscheinen wird.
 
5.2
Heather Wolffram: „The Stepchildren of Science: Psychical Research and Parapsychology in Germany, 1870-1939“ – die angekündigte Rezension muß umständehalber ebenfalls auf den nächsten Newsletter verschoben werden.
 
 
Prof. Peter Mulacz

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Berichte aus der Welt der Parapsychologie,
wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
verpflichtete Schule verstanden wird und Distanz sowohl
zum Skeptizismus wie auch zur "Esoterik" und Glaubens-
richtungen eingehalten wird.
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des TKG 2003 idF BGBl I Nr. 133/2005.
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Newsletter N° 38 – Wien, 23. Dez. 2009

 
 
INHALT:
 
1. Parapsychological Association
2. Interessante Veranstaltungen in den nächsten Monaten
3. Rückblick auf das vergangene Semester
4. Literaturhinweise
5. Personalia
6. Feiertagswünsche
 
 
1. NEUES VON DER PARAPSYCHOLOGICAL ASSOCIATION:
 
Einladung zum Beitritt
Die Parapsychological Association (kurz: PA), 1957 in Durham gegründet, versteht sich als die Berufsvereinigung der wissenschaftlich tätigen Parapsychologen. Vor nunmehr 40 Jahren ist die PA in die prestigeträchtige American Association for the Advancement of Science (AAAS) aufgenommen worden, die wohl die weltweit wichtigste Wissenschaftsorganisation ist. Damit muß – zumindest formal – der säkulare Streit um den Wissenschaftscharakter der Parapsychologie als beendet angesehen werden.
Gegenwärtig führt die PA eine Werbeaktion durch, in deren Zug die Bedingungen für die Mitgliedschaft geändert worden sind. Während früher für einen Beitrittskandidaten u.a. Empfehlungsschreiben zweier Mitglieder nötig waren, ist diese Hürde bei der Mitgliedskategorie "Affiliate" jetzt gefallen und das einzige Kriterium für einen Beitritt stellt – wie auch in unserer Gesellschaft – das Interesse am Forschungsgebiet der Parapsychologie dar (von der Selbstverständlichkeit der Bezahlung des Mitgliedsbeitrages abgesehen).
Nähere Information unter <http://parapsych.org/breaking-news.html#10>.
 
 
2. AUSBLICK AUF KOMMENDE VERANSTALTUNGEN:
 
2.1 Tagung "Klartraum – Wahrtraum". Außergewöhnliche Traumerfahrungen in der empirischen Forschung.
26.-28. März 2010
Universität Heidelberg
Veranstalter: Gesellschaft für Anomalistik e. V.
<http://www.anomalistik.de/aktuell/veranstaltungen/tagung-2009-klartraum-wahrtraum.html>
 
2.2 8th BIAL-Symposium "Behind and Beyond the Brain"
7.-10. April 2010
Porto, Portugal
Veranstalter: BIAL-Foundation
<http://www.bial.com/en/bial_foundation.11/symposium.19/%26nbsp.a39.html>
 
2.3 53rd Annual Parapsychological Association Convention
22.-25. Juli 2010
Paris - Enclos Rey
Veranstalter: PA, siehe oben
<http://parapsych.org/breaking-news.html#9>
 
 
3. RÜCKBLICK:

3.1 Paradis-Symposium und Konzert
 
Am 2./3. Dez. 2009 fand an der Universität Mozarteum in Salzburg das Symposium "Maria Theresia Paradis" sowie ein Konzert aus Anlaß des 250. Geburtstags der Künstlerin statt:
<http://www.moz.ac.at/pdf/allgemein/paradis.pdf>
und <http://www.moz.ac.at/intern/hp/userfiles/51057/files/2_12_%20Paradis%20Symposion+Konzerte.pdf>
Während für die Musikwissenschaftler die magnetische Kur an der blinden Pianistin nur eine Episode in ihrem Leben darstellt, stellt reziprok Mesmers Behandlung dieser Prestigepatientin nur eine, wenn auch wichtige, Episode in seiner Karriere dar – und Mesmer ist schließlich in der Vorgeschichte der Parapsychologie eine ganz zentrale Persönlichkeit (vgl. <http://mesmer.parapsychologie.info/> und <http://parapsychologie.info/wirkung.htm>)
Marion Fürst, Autorin einer umfassenden Paradis-Monographie (Maria Theresia Paradis: Mozarts berühmte Zeitgenossin, Böhlau-Verlag) und ich haben bei diesem schönen Symposion über das Leben der Paradis bzw. ihre Krankheit und ihre schlußendlich erfolglose Behandlung sowie die heutige Beurteilung derselben referiert.
 
3.2 Die letzten Vorträge unserer Gesellschaft
 
Von den drei besonders interessanten Vorträgen (Hartmann Römer [2 x] und Stefan Procházka) werde ich jeweils Zusammenfassungen auf unsere Website stellen; das will ich über die Feiertage erledigen, sodaß spätestens mit dem Jahreswechsel diese Inhalte zugänglich sein werden.
 
 
4. LITERATURHINWEISE:
 
4.1 Bereits mehrfach habe ich auf die von der Parapsychological Foundation (kurz: PF) gesponserte Tagung "Utrecht II: Charting the Future of Parapsychology" <http://www.pflyceum.org/266.html> bzw. <http://www.pflyceum.org/451.html> verwiesen. Nunmehr ist der betreffende Tagungsband, der rund 600 Seiten stark ist, erschienen. Der Band ist so brandneu, daß er auf der Internetpräsenz der PF noch gar nicht aufscheint – aber wenn es so weit sein wird, findet man ihn unter den Publikationen <http://www.parapsychology.org/dynamic/070202.html> bzw. <http://www.psi-mart.com/search.php?Id=4&PreformQuery=30&PreformTitle=All+Proceedings>
(Übrigens gibt es auch den Band "Utrecht I" aus 1953: <http://www.psi-mart.com/details.php?Id=&IdArt=294>).
Selbstverständlich wird auch in der Bibliothek unserer Gesellschaft ein Exemplar dieses wichtigen Werks vorhanden sein, entlehnbar (nur für Mitglieder) ab dem Beginn des Sommersemesters 2010.

4.2 Von Annekatrin Puhle, die bereits 2005 das schöne Buch "Mit Goethe durch die Welt der Geister. Geisterbegegnungen aus vielen Jahrhunderten" vorgelegt hat, gibt es jetzt in der gleichen Ausstattung "Mit Shakespeare durch die Welt der Geister: Geisterberichte aus England, Schottland, Irland, Wales und Cornwall".
Freilich kein "wissenschaftliches" Werk, aber sehr interessant und unterhaltsam zu lesen, und ein "refresher" hinsichtlich der literarischen Bildung ;-), somit empfehlenswert (und im Gegensatz zum nächsten Buch auch durchaus erschwinglich) …
Verlag O. Reichl, St. Goar, 2009
ISBN-10: 3876672708
ISBN-13: 978-3876672700

4.3 Heather Wolffram: "The Stepchildren of Science: Psychical Research and Parapsychology in Germany, 1870-1939", ebenfalls neu erschienen, verdient, weil es sich auf die Geschichte der Parapsychologie im deutschen Sprachraum bezieht, eine eingehendere Darstellung, obwohl das Buch leider sehr teuer ist. Eine ausführliche Rezension folgt im nächsten Newsletter.
Verlag Rodopi, Amsterdam, 2009
Sprache: Englisch
ISBN-10: 9042027282
ISBN-13: 978-9042027282


5. PERSONALIA:

Univ.-Prof. Dr. Helmuth E. Grössing, Historiker an der Universität Wien, bis vor kurzem Direktor des Instituts "österreichisches Biographisches Lexikon und Biographische Dokumentation" (öBL) der österreichischen Akademie der Wissenschaften, feiert anfangs des kommenden Jahres ein "rundes" Jubiläum: seinen 70. Geburtstag. Helmuth Grössing, langjähriger Präsident der österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte (öGW) ist dem Gegenstand Parapsychologie und besonders unserer Gesellschaft sehr verbunden, war er doch durch einige Jahre hindurch unser Vizepräsident, bis er dann auf eigenem Wunsch aus dem Vorstand ausgeschieden ist. Einschlägige Dissertationen, die er betreut hat, wurden z.B. von Heindl und Löcker vorgelegt (darauf beruhende Publikationen: siehe unten).
Der Verlag Erasmus-Wien beabsichtigt, eine Subskription auf eine spezielle Publikation zur Würdigung Prof. Grössings (mit einer tabula gratulatoria der Subskribenten) aufzulegen. Anfragen von Interessenten bitte direkt beim Verlag Erasmus-Wien bzw. e-mail <office@erasmuswien.at>.
Jedenfalls schließt sich unsere Gesellschaft der Schar der Gratulanten an und wünscht dem Jubilar alles Gute "ad multos annos".
[Gerhard Heindl: Die österreichische Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzbereiche der Wissenschaften: 1927-1963 mit einem statistischen Anhang bis 1997. Frankfurt, Peter Lang Verlag, 1998.
Martina Löcker: Parapsychologie und Hexenwesen. In: "Mensch – Wissenschaft – Magie" -
Mitteilungen der österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte, Wien, Band 26, pp. 45-74.
 
 
6. ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …
 
Zum Schluß wünsche ich, wie jedes Jahr, im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters – Mitgliedern, Gästen, Referenten unserer Gesellschaft und Interessenten in Nah und Fern – EIN FROHES WEIHNACHTSFEST und viel Glück im Neuen Jahr!
 
 
Prof. Peter Mulacz

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Newsletter N° 37 – Wien, 15. Okt. 2009



INHALT:
 

  1. Prof. H. Hofmann, unser Ehrenpräsident, kürzlich verstorben
  2. Vortragsprogramm Winteresemester 2009/10 (mit Änderung!)
  3. In memoriam Gertrude R. Schmeidler, 1912-2009
  4. Nachlaß von Montague Ullman ist an die ASPR gegangen
  5. Zwei Jubiläen im Kontext des Spiritismus: 
    1. A.R. Wallace (im Kontext des Darwin-Jahres)
    2. A. Conan Doyle
  6. Interessanter Aufsatz zur Wissenschaftstheorie und -soziologie
  7. On-line Umfragen


1. HELLMUT HOFMANN (1921-2009)

Die österreichische Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzbereiche der Wissenschaften trauert um ihren Ehrenpräsidenten, em. o. Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Hellmut Hofmann, der am 3. Oktober hochbetagt verstorben ist.
Nachruf:   <http://parapsychologie.ac.at/hofmann/nachruf.htm>
Partezettel:   <http://parapsychologie.ac.at/hofmann/partezettel.pdf>


2. PROGRAMM
 

Wie immer ist das Programm auch on-line auf <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> abrufbar und bereits versandt worden. Ebenfalls wie immer bemühen wir uns, unserem Auditorium ein weit gefächertes Programm zu bieten:

Der theoretische Physiker Hartmann Römer aus Freiburg i. Br. ist durch seine – gemeinsam mit Harald Atmanspacher und Harald Walach erfolgte – Verallgemeinerung quantenphysikalischer Formalismen bekannt geworden. Er wird – in gemeinverständlicher Sprache – zunächst über diese Verallgemeinerung sprechen (WQT, Weak Quantum Theory), und in einem zweiten Vortrag am Dienstag, den ersten Vortrag exemplifizierend, über konsistente und inkonsistente Geschichten, wobei wiederum die Quantentheorie in Bezug auf diese „Geschichten“ im Mittelpunkt steht („Geschichte“ dabei im Sinne von „history“, nicht von „story“). Insbesondere erscheinen inkonsistente Geschichten als eine Verallgemeinerung des Begriffes der quantentheoretischen Komplementarität.

Stephan Procházka wird uns in eine ganz andere Welt einführen, in ein islamisches Besessenheitsritual, genannt „Zar“ (was trotz des zufälligen Gleichklangs im Deutschen nichts mit dem Titel der seinerzeitigen russischen etc. Herrscher zu tun hat), das bemerkenswerte Parallelen zu spiritistischen Vorstellungen aufweist und daher für die Parapsychologie von Relevanz ist.

Zu Semesterende, im Jänner 2010, werde ich die Ergebnisse eines größeren Telepathieexperiments vorstellen, das im Rahmen unserer Gesellschaft bereits mehrfach erwähnt worden war, mittlerweile aber abgeschlossen ist.


3.    IN MEMORIAM GERTRUDE SCHMEIDLER

Gertrude Raffel Schmeidler <http://parapsych.org/members/g_schmeidler.html>, Professor Emerita der Psychologie am City University of New York, ist am 9. März 2009 im Alter von 96 Jahren friedlich im Schlaf verstorben. Sie hat sich insbesondere dadurch einen Ehrenplatz in der Geschichte der Parapsychologie verdient, als sie den Vergleich von Persönlichkeitsvariablen mit psi-Leistungen eingeführt hat. Für den Komplex von Einstellungen gegenüber der Parapsychologie bzw. Glauben an die Realität des Paranormalen hat sie die sprechenden Bezeichnungen „sheep“ und „goats“ („Schafe“ und „Böcke“) geprägt. Wenn „Böcke“ (= „Ungläubige“) psi-begabt sind, scheinen sie das Zielobjekt besonders häufig zu vermeiden statt zu treffen („psi-missing“).

In hohem Alter hat Gertrude Schmeidler noch eine hochherzige Stiftung im Rahmen der Parapsychological Association (PA) <http://parapsychlology.org/> begründet, „Parapsychological Association Research Endowment“ (PARE)  <http://www.parapsych.org/grants.html> genannt, womit parapsychologische Forschung, von allem von Studenten, teilfinanziert werden kann.


4.    NACHLASS VON M. ULLMAN AN DIE ASPR

Wie erst kürzlich bekannt wurde, ist der wissenschaftliche Nachlaß des bereits 2008 im Alter von 91 Jahren verstorbenen Psychoanalytikers und Parapsychologen Montague Ullman an die American Society for Psychical Research (ASPR) <http://www.aspr.com/> in New York gegangen und wird dort archiviert.

Ullman, <http://en.wikipedia.org/wiki/Montague_Ullman>, <http://siivola.org/monte/> und <http://dreamtalk.hypermart.net/member/files/montague_ullman.html>, ist vor allem durch seine gemeinsam mit Stanley Krippner am Maimonides Memorial Hospital durchgeführten Experimente zur Traumtelepathie berühmt geworden. Vgl. Montague Ullman, Stanley Krippner und Alan Vaughan: Traumtelepathie. Telepathische Experimente im Schlaf. Verlag J. Kamphausen, 1982 (und andere Ausgaben): <http://www.amazon.de/Traumtelepathie-Telepathische-Experimente-im-Schlaf/dp/3591080454>.


5.    ZWEI JUBILÄEN IM KONTEXT DES SPIRITISMUS

5.1    Wallace (im Kontext des Darwin-Jahres)

Alle Welt feiert heuer Charles Darwin. Dabei wird manchmal auch des Alfred Russel Wallace und dessen viel zu wenig gewürdigter Rolle in der Frühgeschichte der Evolutionstheorie gedacht. Noch viel weniger wird allgemein erwähnt – was hier hervorgehoben sei –, daß Wallace auch ein Vorkämpfer des Spiritismus gewesen ist. (Bekanntlich ist eine der historischen Wurzeln der Parapsychologie die, daß sie angetreten ist, die Behauptungen des Spiritismus zu überprüfen. Insofern haben Spiritismus und Parapsychologie ein Stück gemeinsamer Geschichte.) Immerhin wird Wallace’ Beschäftigung mit dem Spiritismus auf Wikipedia <http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Russel_Wallace> korrekt reflektiert (dort als „Spiritualismus“ bezeichnet, wie zu Wallace’ Zeiten teilweise üblich, um sich vom frankophonen Spiritismus von Alain Kardec abzugrenzen, aber mit dem Problem belastet, daß eine Verwechslung mit der philosophischen Richtung „Spiritualismus“ passiert.)

5.2    Sir Arthur Conan Doyle

Vor 150 Jahren wurde der Arzt und Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle geboren, der sich ebenfalls dem Spiritismus zuwandte – ganz im Gegensatz zu seiner scharfsinnigen Romanfigur Sherlock Holmes jedoch in eher unkritischer Weise. Insbesondere ist er der Düpierung durch zwei junge Mädchen auf den Leim gegangen, die Fotos von „Feen“ gefälscht haben (die „Feen von Cottingley“). Die Darstellung dieses Aspekts in Conan Doyle’s Leben ist in der englischsprachigen Wikipedia <http://en.wikipedia.org/wiki/Arthur_Conan_Doyle> weit ausführlicher als in der deutschsprachigen <http://de.wikipedia.org/wiki/Conan_Doyle >.


6.    INTERESSANTER AUFSATZ ZUR WISSENSCHAFTSTHEORIE UND -SOZIOLOGIE

Ein insbesondere für die „Grenzgebiete“ relevanter Aufsatz „How to Reject Any Scientific Manuscript“ von Prof. DDr. Dieter Gernert (TUM), im Journal of Scientific Exploration erschienen, kann jetzt heruntergeladen werden:  <http://vixra.org/pdf/0907.0020v1.pdf>.


7. NEUE UMFRAGE

Rosemarie Breen hat ein weiteres Umfrage-Projekt im WWW laufen (in englischer Sprache):
<http://www.surveymonkey.com/s.aspx?sm=9um2Ui2VCxA0pU5TKzfQ5w_3d_3d> bzw. (für paranormale Dienstleister) <http://www.surveymonkey.com/s.aspx?sm=lXOIQtz8HzMU_2bnfKob12iA_3d_3d>.

 
Prof. Peter Mulacz
 

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Newsletter N° 36 – Wien, 04 05 2009

 
 
INHALT:
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1. Rupert Sheldrake in Wien – Vortrag morgen!
2. „Skeptiker“-Organisationen
3. Interessantes in der Wissenschaftssendung „Einstein“
4. Mirin Dajo-Filme aufgetaucht
5. Hans Holzer verstorben
6. Neuer Film (auf DVD) über Parapsychologie
7. Versuchsteilnehmer gesucht
 
 
1. RUPERT SHELDRAKE IN WIEN – VORTRAG MORGEN!
 
Der Biologe und Forscher auf dem Gebiet des Paranormalen – ursprünglich bekannt geworden durch seine Hypothese der „Morphogenetischen Felder“ – hält, wie leider erst sehr kurzfristig bekannt geworden ist, morgen in Wien einen Vortrag mit dem Titel „A New Science of Life: Morphic Resonance and the Memory of Nature” (ein Amalgam aus den Titeln der UK- und der US-Ausgabe seines neuen Buches).
 
Ort & Zeit: Universität für Bodenkultur Wien, HS XX, 1190 Wien, Muthgasse 18
Di, 05. Mai 09, 19:30 h
<http://www.boku.ac.at/7757.html?&tx_bokuverkal_pi2%5bid%5d=2529>
<http://www.chemie.boku.ac.at/fileadmin/_/H77/LVA/Vortraege/Sheldrake_050509.pdf>
 
Sheldrake ist einer der originellsten und innovativsten Denker auf diesem Gebiet, freilich nicht unumstritten, sowohl was seinen theoretischen Ansatz einer „morphischen Resonanz“ betrifft, wie auch, was seine experimentelle Resultate anlangt, die sich vielfach nicht haben replizieren lassen. So waren z.B. Sheldrake’s Ergebnisse hinsichtlich „Telephontelepathie“ (= beim Läuten des Telephons spontan zu wissen, wer gerade anruft) sehr beeindruckend, hatten jedoch gewisse methodische Schwächen, während dann die Freiburger Replikation, die klinisch sauber, sozusagen „aseptisch“, durchgeführt worden ist, keine signifikanten Ergebnisse geliefert hat. Damit ist freilich Sheldrake nicht gleich „widerlegt“, denn es mag durchaus sein, daß die rigiden Versuchsbedingungen in Freiburg waren, die psi-Phänomene nicht haben aufkommen lassen. Weitere Forschung ist angesagt, und es ist die Kunst des Experimentators, die Bedingungen so zu gestalten, daß eine entsprechende Kontrolle und Dokumentation gegeben ist und dennoch eine Atmosphäre herrscht, die „psi-conducive“ (psi-förderlich) ist …
Übrigens kann man auf Sheldrake’s Website auch an on-line-Experimenten teilnehmen.
 
 
2. „SKEPTIKER“-ORGANISATIONEN
 
Kürzlich war in der „Presse“, der „Wiener Zeitung“ und vielleicht auch noch anderen Printmedien, die mir entgangen sein mögen, zu lesen, daß der emeritierte Univ.-Prof. Dr. Heinz Oberhummer, bekannt als Wissenschaftskabarettist, das Präsidium einer „Gesellschaft für kritisches Denken“, der Wiener Regionalgruppe der sattsam bekannten GWUP , übernommen hat.
Aus diesem Anlaß:
mehr über die diversen „Skeptiker“-Organisationen auf „Skeptizimus.de“ (leider schon lange nicht mehr aktualisiert) sowie auf der englischen Partnerseite „Skepticalinvestigations.org“.
Erinnert sei auch an das schöne Wort von Hans Bender, der – als Gegenpol zu den „Esoterikern“ als einer Gemeinschaft von „Gläubigen“ – die Skeptiker als „Negativ-Gläubige“ bezeichnet hat; viele von ihnen erweisen sich sogar als „Fundamental-Negativ-Gläubige“.

Ein instruktives Beispiel dafür, wie „Skeptiker“ sich gegenüber andersdenkenden Wissenschaftlern benehmen, beschreibt der oben genannte Rupert Sheldrake hinsichtlich der Aufnahme einer TV-Diskussion zwischen ihm und Richard Dawkins (ebenfalls Biologe, Autor von „Der Gotteswahn“) auf seiner Website <http://www.sheldrake.org/D&C/controversies/Dawkins.html> bzw. auf deren deutscher Ausgabe <http://www.sheldrake.org/Deutsch/Dialog/dawkins.html>.
 
 
3. WISSENSCHAFTSSENDUNG „EINSTEIN“
 
Die Wissenschaftssendung „Einstein“ des Schweizer Fernsehens, deren Ausgaben auch im WWW abrufbar sowie als Podcast speicherbar sind, hat in ihrer letzten Folge (23.04.2009) zwei Berichte gebracht, die beide für den Bereich der Parapsychologie von Interesse sind, vorausgesetzt, man versteht Schweizerdeutsch …
<http://tvprogramm.sf.tv/details/12c1a82b-4f48-4992-910e-407755ef3994> (mit Kurzbeschreibungen) bzw. SF-Videoplayer <http://www.sf.tv/videoplayer/sa_player.php?videouuid=D10A7990-A86D-47BA-9580-5C04F4F86D66&skinid=popup>;  Download als Podcast <http://podcastsource.sf.tv/media/sf/podcast/einstein/2009/04/einstein_20090423_210822_526k.m4v>.

Im SF-Videoplayer könne die einzelnen Beiträge ausgewählt werden, davon relevant

 
3.1 Die kürzlich wieder aufgetauchten Filme über Mirin Dajo (mehr zu ihm gleich unter Punkt 4) waren Veranlassung für dieses knapp acht Minuten dauernde Feature, wobei es der journalistischen Übertreibung entspringt, Mirin Dajo als „Wunder“ zu klassifizieren. Interessant sind die kontroversiellen Stellungnahmen befragter Wissenschafter: für den Chirurgie-Oberarzt Gregor Szöllozy vom Waidspital Zürich sind die Darbietungen Mirin Dajos nicht nur sehr eindrücklich, erstaunlich und auf jeden Fall etwas Außergewöhnliches (was ja auf der Hand liegt), sondern er glaubt, daß man bei derartigen Durchstechungen mit schweren Verletzungen rechnen (!) müßte, während der Medizinhistoriker Christoph Mörgeli, welcher den Nachlaß des Mirin Dajo-Untersuchers Prof. Brunner, Zürcher Chirurgie-Professor, studiert hat, zu dem Resultat kommt, daß alles hinreichend erklärbar sei.
 
3.2 Im fünfminütigen Beitrag über Brugger geht es darum, welche Menschen eher an das „Übersinnliche“ glauben und welche nicht – es geht hingegen nicht darum, zu hinterfragen, ob es „Übersinnliches“ (oder auch paranormale Phänomene) überhaupt gibt. Die Einstellung der Forschergruppe dazu kommt klar heraus. – Was immer man unter „Übersinnliches“ verstehen mag, das Wort ist denkbar ungeeignet, paranormale Phänomene zu kennzeichnen.
 
 
4. MIRIN DAJO FILMDOKUMENTE
Der Schweizer Journalist Luc Bürgin – auf dessen Buch über Mirin Dajo ich bereits im Newsletter N° 16 vom 01. 08. 2004 hingewiesen habe – hat die alten Filme aus den 1940er Jahren über die Schweizer Vorführungen von bzw. Untersuchungen an Mirin Dajo aufgefunden, zusammengestellt und im dankenswerterweise im Web öffentlich zugänglich gemacht. Diese gesamte Mirin Dajo-Filmdokumentation mit einer Laufzeit von 15:11 Minuten ist kostenlos auf <http://mirin-dajo.com/mirindajo.html> bzw. <http://mysteries-magazin.com/index.php?op=page&id=10> abrufbar.
Analoge Beobachtungen wie bei Mirin Dajo – keine Blutung und offenbar keine Folgeschäden – lassen sich bei den rituellen Durchstechungen beobachten, die in manchen Sufi-Schulen, also im Rahmen islamischer Mystik, durchgeführt werden, wie ich sie im Nahen Osten aus nächster Nähe sehen und dokumentieren habe können [Vgl. Mulacz, P. (1998): Deliberately Caused Bodily Damage (DCBD) Phenomena: A Different Perspective. In: Journal of the Society for Psychical Research 62: 434 – 444]. Auch wenn der Kontext der Durchstechungen bei Miri Dajo und diesen Sufis ein völlig anderer ist, ein isolierter Einzelfall ist Mirin Dajo keineswegs.
 
 
5. HANS HOLZER VERSTORBEN
 
Der bekannte Schriftsteller und Sachbuchautor auf dem Gebiet der Parapsychologie, Hans Holzer, ist am 26. April im 89. Lebensjahr verstorben. Ein gebürtiger Wiener, emigrierte er 1938 und erwarb er seinen PhD am London College of Applied Science; in den USA hat er dann eine Karriere als überaus fruchtbarer Autor (insgesamt knapp 150 Bücher) gemacht. Bekannt als „Ghost Hunter“ (auch Buchtitel, 1963), legte er eine einfache spiritistische Grundeinstellung an den Tag, glaubte auch an Reinkarnation und hat sich selbst eine gewisse Sensitivität zugeschrieben. Seine Bücher auf dem Gebiet der Parapsychologie sind spannend zu lesen, lassen jedoch jegliche kritische Distanz zum Gegenstand vermissen. Wenn man auch Holzer demnach nicht mit den seriösen Wissenschaftlern auf diesem Gebiet in einem Atemzug nennen kann, so war er doch (nicht zuletzt aufgrund seiner Kontakte mit Eileen Garrett und Lisette Coly von der Parapsychology Foundation) eine bekannte Figur in unserem Gebiet und hat sich als Popularisierer das Verdienst erworben, das Interesse für Fragen der Parapsychologie in weiten Kreise des Lese- (und auch des US-amerikanischen TV-)publikums geweckt und aufrecht erhalten zu haben.
 
Vgl. <http://en.wikipedia.org/wiki/Hans_Holzer>
Ferner: <http://www.ghostvillage.com/legends/2005/legends35_02072005.shtml>
<http://www.merrynjose.com/artman/publish/article_320.shtml>
(Holzers Tochter Alexandra: <http://www.spectralreview.com/2008/03/14/
growing-up-haunted-a-ghostly-memoir/>)

 
 
6. NEUER FILM (AUF DVD) ÜBER PARAPSYCHOLOGIE:
„Something Unknown Is Doing We Don’t Know What”

 
In diesem von dem Niederländer Renée Scheltema, der jetzt in Südafrika lebt, gestalteten Film (Laufzeit 104 Minuten) treten u. a. die folgenden Wissenschaftler auf:
Charles Tart, Dean Radin, Gary Schwartz, Roger Nelson, Rupert Sheldrake, Hal Puthoff, Larry Dossey, Edgar Mitchell, Jack Houck, sowie viele andere, die außerhalb der USA recht unbekannt sind. Ich habe die DVD, die brandneu ist, selbst noch nicht gesehen, aber ich habe angesichts dieser Liste „gemischte Gefühle“, da ich gegen einige der Genannten (Schwartz, Dossey u.a.) gewisse Vorbehalte nicht unterdrücken kann. Andererseits wird die DVD überaus gelobt … Wie auch immer das endgültige Urteil ausfallen mag, als aktuelle Aktivität auf dem Gebiet der Parapsychologie ist der Hinweis auf den Film auf jeden Fall angebracht. Die Website dazu: <http://www.somethingunknown.com/>.
 
 
7. VERSUCHSTEILNEHMER GESUCHT
 
Nach wie vor werden Versuchsteilnehmer für das laufende Telepathie-Experiment gesucht. Besonders willkommen wären Elternteil/Kind sowie Geschwister (insbesondere Zwillinge).
Näheres auf <http://experiment.parapsychologie.info/>. 

  
Prof. Peter Mulacz
 

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Newsletter N° 35 – Wien, 14 03 2009


INHALT:
=======

1. Programm
2. Gemeinnützigkeitsstatus
3. Experiment – Versuchspersonen gesucht
4. Internationale Konferenzen
5. Nachruf (Otto Prokop)
6. Literaturhinweise
7. Video-Clips


1. PROGRAMM

Wie immer bieten wir unserem Auditorium ein weit gefächertes Programm.

Alfons Steiner wird über Voraussagen sprechen, wobei das Wort "Präkognition" im Titel bewußt von einem Fragezeichen gefolgt ist. Zu den "bayrischen Waldpropheten" vgl. auch den Essay "Lust an der Apokalypse – 'Die Welt steht auf kan' Fall mehr lang'" auf <http://parapsychologie.info/endzeit/millenni.htm>.

Dr. Hans Peter Weidinger <http://holotrop.at/>, Psychotherapeut und FA für Psychiatrie und Neurologie, befaßt sich mit den Auswirkungen des Atmens auf den Bewußtseinszustand und stellt dabei mit dem "Holotropen Atmen" eine Methode vor, veränderte Bewußtseinszustände zu erlangen. Diese Technik ist von dem tschechisch/US-amerikanischen Psychiater Stan Grof entwickelt worden, neben Charles Tart u.a. einem der Begründer der aus der Humanistischen Psychologie hervorgegangenen Transpersonalen Psychologie. Bekanntlich integrieren diese beiden Schulen der Psychologie auch das Paranormale. Somit spannt sich der Bogen von der Physiologie bis zur Spiritualität.

Dr. Theodor Harmsen, an der "Bibliotheca Philosophica Hermetica" in Amsterdam tätiger Kulturwissenschaftler, stellt Leben und Werk des "okkulten" Schriftstellers Gustav Meyrink dar, der – ein spirituell Suchender und parapsychologisch Forschender – durch selbsterlebte Spukphänomene in einem Haus in Levico von der Tatsächlichkeit der paranormalen Phänomenik überzeugt worden ist und auch sonst eine interessante Biographie aufweist. Neben seinem literarischen Schaffen hat Meyrink auch ein Büchlein über Parapsychologie ("An der Grenze des Jenseits") sowie eine Fallsammlung zu (angeblichen) alchemistischen Transmutationen ("Goldmachergeschichten") publiziert. Das Buch, das unser Referent über Meyrink verfaßt hat und das ich bereits im Newsletter N° 33 angekündigt habe, ist mittlerweile erschienen.

Unsere beiden weiteren Referenten, Dr. Günther Fleck und Univ.-Doz. Dr. Christa Tuczay, haben bereits mehrfach bei uns vorgetragen, wobei Günther Fleck auch unserem Vorstand angehört.

Der Begriff "Mediumistische Psychose" wurde von dem deutschen Psychiater Richard Henneberg geprägt und später von Hans Bender weitergeführt (siehe Bender, H. (1959): Mediumistische Psychosen. Ein Beitrag zur Pathologie spiritistischer Praktiken. Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie 2: 173-201; ähnlich in "Neue Wissenschaft" und in "Ärztliche Praxis"). Noch heute ist der Fall des Theologen und Professors der Experimentalchemie am kgl. Lyzeum in Freising, Ludwig Staudenmaier – Selbstversuche zur Dissoziation der Persönlichkeit, deren Kontrolle ihm entglitten ist, worüber er mehrfach publiziert hat – ist nach wie vor faszinierend und lehrreich. Der Text, ursprünglich in Ostwalds "Annalen der Naturphilosophie" (1910) erschienen, dann in zwei zeitgenössischen Auflagen als Buch, ist im Web verfügbar: <http://www.geocities.com/ariadnesrope/Staudenmaier.pdf>.

Die Figur des "Magiers" ist schillernd, wie die des Tricksters. Auch Uri Geller ist eine Persönlichkeit, die sich kaum in traditionelle Kategorien einordnen läßt, scheint er doch echte paranormale Phänomene gezeigt zu haben und dennoch greift er unverschämt in die Trickkiste, wie ich beides aus eigenem Augenschein bezeugen kann. Christa Tuczay setzt sich mit dem Bild des "Magiers" von der Antike bis heute auseinander.


2. GEMEINNÜTZIGKEITSSTATUS

Von der Generalversammlung (19. Jänner 2009) ist eine Adaptation des Wortlauts einiger Punkte unserer Statuten an die Vorgaben des Finanzamtes beschlossen worden, nota bene ohne inhaltliche Änderung mit sich zu bringen. Nach Erfüllung aller bürokratischen Erfordernisse ist unserer Gesellschaft nunmehr mit Bescheid vom 3. März 2009 der Status der Gemeinnützigkeit zuerkannt worden, d. h., Zahlungen an die Gesellschaft (Mitgliedsbeiträge ebenso wie Spenden) können gem. § 4 Abs 4 Z 5 ESTG 1988 steuerlich abgesetzt werden. Bewahren Sie daher die Zahlungsbestätigung für die Einreichung anläßlich der Arbeitnehmerveranlagung (bzw. was immer für Sie zutreffen mag) auf.


3. EXPERIMENT – VERSUCHSTEILNEHMER GESUCHT

Nochmals: Einladung zur Teilnahme an einer parapsychologischen Experimentalreihe zur Telepathie.
Als Probanden werden weiterhin laufend gesucht:
emotional miteinander verbundene Teams bzw. Paare, z.B. Ehepaare, Freund/Freundin, Elternteil/Kind (Kinder erst ab ca. 10 Jahren) oder sonstige Bezugspersonen, Geschwister (sehr gerne Zwillinge) etc., egal ob gegen- oder gleichgeschlechtlich.
Information und Anmeldung: <http://experiment.parapsychologie.info/>


4. INTERNATIONALE KONFERENZEN

4.1 Unbegreifliche Zeiten. Wunder im 20. Jahrhundert

Zur Erinnerung – wie bereits im Newsletter N° 32 avisiert, findet in Kürze diese internationale Konferenz statt, und zwar von Mittwoch, 18. März, bis Samstag, 21. März 2009, in Essen (Bildungshotel im Bfz, Karolingerstraße 92). Sie wird von Alexander C.T. Geppert und Till Kössler geleitet und in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI), der Gerda Henkel Stiftung und dem Arbeitskreis Geschichte + Theorie (AG+T) veranstaltet.
<www.kulturwissenschaften.de/home/veranstaltung-191.html>
<www.geschichte-und-theorie.de/Aktuelles/aktuelles.html>
Zusätzliche Teilnahme nach Anmeldung per e-Mail bei den Veranstaltern begrenzt möglich.
Alexander C.T. Geppert (Harvard University/Freie Universität Berlin)
<alexander.geppert@fu-berlin.de>
Till Kössler (Ludwig-Maximilians-Universität München)
<till.koessler@lmu.de>
(Alexander Geppert war einer der Herausgeber des Heftes "Orte des Okkulten", 14. Jg., Heft 4 (2003) der österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, vgl. Newsletter N° 16; im Newsletter N° 30 habe ich bereits darauf hingewiesen, daß dieses Heft im Volltext on-line verfügbar ist auf <http://wirtges.univie.ac.at/OeZG/oezg03-4.pdf>)

4.2 Konferenz über Albert Moll (1862-1939)

05/06.11.2009 in der Durham University, Queen's Campus, Stockton-on-Tees (UK), im Wolfson Research Institute. Albert Moll, Nervenarzt, bedeutender Hypnose- und Sexualforscher, spielt in der Geschichte der Parapsychologie eine Rolle als erbitterter Gegner von Albert Frh. v. Schrenck-Notzing. Im Programm der Konferenz ist auch eine Podiumsdiskussion über Moll und die Parapsychologie unter Beteiligung von Heather Wolffram, Barbara Wolf-Braun und Andreas Sommer vorgesehen.
<http://www.dur.ac.uk/chmd/research/mollproject/>
<http://www.dur.ac.uk/chmd/news/mollconference/>
Nähere Information: <katherine.smith@durham.ac.uk>


5. NACHRUF

Am 20. Jänner 2009 ist Otto Prokop verstorben (1921 in St. Pölten geboren, einer der Brüder des bekannten Sportarztes Ludwig Prokop, Wien). Otto Prokop studierte in Bonn und habilitierte sich für Gerichtliche Medizin; er nahm eine Berufung auf den Lehrstuhl im damaligen Ost-Berlin an und wirkte durch 30 Jahre als Direktor des Institutes für Gerichtliche Medizin der Humboldt-Universität in (Ost-) Berlin. Während all dieser Zeit und auch nach seiner Emeritierung (1987) hat die Parapsychologie wie ein dunkler Schatten begleitet, wobei er gleichermaßen die Parapsychologie (unter dem Rubrum "Okkultismus") bekämpfte wie auch außerschulische Heilmethoden; insbesondere zielten seine Angriffe auf Hans Bender. Seine dabei angewandten Methoden waren keineswegs "fair" zu nennen; viele seiner Attacken auf die Parapsychologie entlarven sich selbst. Trotz des altehrwürdigen Grundsatzes "de mortuis nihil nisi bene" kann zur Charakterisierung Prokops und zum Steuer der Wahrheit das folgende nicht unterschlagen werden: Bekanntlich war 1933 der "Hellseher" Erik Jan Hanussen (recte Hermann Steinschneider) ermordet worden. Lange war der Verbleib der polizeilichen Ermittlungsakten und der sichergestellten Gegenstände unbekannt, bis endlich eine Spur zum "Institut für Gerichtliche Medizin" der Ostberliner "Humboldt-Universität" führte. Prokop selbst hat in Zeitschriftenbeiträgen auf das Asservatenbuch hingewiesen etc. Auch machte ein Journalist bekannt, daß eine Kiste mit den originalen Asservaten Hanussens im Institut vorhanden sei, u.a. der 1933 auf Nahschußzeichen untersuchte Anzug mit Einschußlöchern. Nach Auskunft von Prokops Nachfolger als Institutsdirektor, Prof. Geserick, an Wilfried Kugel (Verfasser einer wissenschaftlich fundierten Hanussen-Biographie), habe Prokop das Asservatenbuch an sich genommen und man könne es dem verehrten Emeritus nicht einfach wieder wegnehmen. Nun, nach Prokops Tod, schreibt der nunmehrige Institutsdirektor, Prof. Tsokos, in einem Brief, von dem ein Scan vorliegt, an Kugel: "Ich selbst habe vor zwei Wochen seinen gesamten Nachlaß, der von seiner Familie dem Institut … überlassen wurde, gesichtet. Leider fanden sich die von Ihnen erwähnten drei Objekte aus 1933 (Akte 'Leichensache Steinschneider', Asservatenbuch der Charité und eigentliche Asservate) nicht." Und Tsokos schließt mit der Aussage, "dass sich der Verbleib dieser Gegenstände sicher niemals mehr aufklären lassen wird." Also, kurzgefaßt: Prokop nimmt als Emeritus Archivbestände an sich, und nach seinem Tod sind diese aus dem Nachlaß verschwunden. Man beurteile dies, wie man wolle; Wilfried Kugel, dessen Darstellung des Fakten ich hier gefolgt bin, schließt die Überlegung an: "Private Sammler, von denen es viele gibt, zahlen manchmal horrende Summen für Devotionalien berühmter Zauberkünstler, insbesondere in den USA." Man beurteile dies, sagte ich, wie man wolle, und man beurteile im Lichte dessen Prokop als "Ehrenmann" und als "aufrechten Kämpfer" gegen die Parapsychologie …

6. LITERATURHINWEISE

6.1 Meyrink-Buch

Wie bereits im Kontext des Vortragsprogramms erwähnt, ist das – reich illustrierte -- Buch unseres Referenten über Meyrink bereits erschienen:
Theodor Harmsen: "Der magische Schriftsteller Gustav Meyrink, seine Freunde und sein Werk beleuchtet anhand eines Rundgangs durch die Meyrink-Sammlung der Bibliotheca Philosophica Hermetica, Amsterdam, unter Verwendung weiterer Sammlungen. Mit einer Einleitung von J. R. Ritman." Amsterdam, In de Pelikaan, 2008 <http://www.ritmanlibrary.nl/c/p/h/bel_41p.html>.

6.2 UFO-Buch

Illobrand von Ludwiger: "UFOs - die unerwünschte Wahrheit"
496 Seiten, einige Farbtafeln, umfassendes Literaturverzeichnis, Personen-, Orts- und Sachregister
KOPP-Verlag, 2009
Den einen oder anderen Leser mag befremden, hier einen Hinweis auf ein UFO-Buch zu finden, schließlich ist das UFO-Problem in der "scientific community" eher anrüchig, und manche mögen auch ob anderer Produkte dieses Verlages die Nase rümpfen. Aber allemal ist Wissenschaft nicht eine Frage des Gegenstandes, sondern eine der Methode, und wenn sich zu den UFOs Persönlichkeiten wie Carl Gustav Jung ("Von Dingen, die am Himmel gesehen werden") und Hans Bender geäußert haben, dann möchte ich nicht päpstlicher als der Papst sein.
Zwei Kapitel in diesem Buch veranlassen mich, auf es hinzuweisen: "Die wissenschaftliche Arbeitsweise und Anomalien der Wissenschaft" (103 Seiten) und "Paranormale Fähigkeiten von Menschen mit UFO-Kontakten" (30 Seiten). Zu den "eigentlichen" UFO-Kapiteln will ich aus Kompetenzgründen gar keine Stellung nehmen, aber das erstgenannte, lange Kapitel über der Herangehen der Wissenschaft an auftretende Anomalien ist auch vom Standpunkt der Parapsychologie aus relevant. Der Verfasser zitiert dabei aus älteren und neueren Arbeiten, aus solchen, die dem "mainstream" angehören und aus solchen, die sich eher kritisch verstehen, und liefert ein umfassendes Bild der Problemlage. Das soll nicht heißen, daß ich ihm in allem und jedem zustimmen würde, aber weder meine Zeit noch der Raum in diesem Newsletter erlauben es, auf Details einzugehen, obwohl dies durchaus der Mühe wert wäre.
Was das Kapitel über die paranormalen Fähigkeiten von Kontaktlern betrifft, wird man sich bei der Lektüre oft fragen, wie es um die Faktenlage steht: ist das alles, was der Verfasser hier zitiert und kompiliert, auch wahr? Die Verantwortung dafür liegt natürlich bei den Erstautoren, z.B. Berthold Schwartz, und damit ist der Ball im Lager der Parapsychologie … Angesichts dieser Probleme lobe ich mir die Tatsache, daß die Parapsychologie zu einem bedeutenden Anteil eine experimentelle Wissenschaft ist, womit wir (unter Inkaufnahme von minder spektakulären Resultaten) vieler Probleme von Zeugenaussagen (Wahrnehmungs- und Erinnerungstäuschungen etc.) überhoben sind.
Der Verfasser läßt an seinen Positionen keinen Zweifel, Positionen, die man teilen kann oder auch nicht (und ich kann nicht verhehlen, daß ich da gewisse Reserven habe). Alles in allem stellt das Buch jedoch spannende Lektüre dar, wobei aber mehr neue Fragen (nach der Faktizität ebenso wie nach der Interpretation) auftauchen, als beantwortet werden, was angesichts der schwierigen Materie auch nicht anders zu erwarten ist.

6.3 "Trancemedien und Neue Medien um 1900"
Ein anderer Blick auf die Moderne
Herausgeber: Marcus Hahn, Erhard Schüttpelz
Das im Februar 2009 erschienene und mit zahlreichen Abbildungen versehene Buch befaßt sich u.a. mit Trance, Medien, Trancemedien, Neue Medien, Spiritismus und Medientheorie. Ich leite gemäß diesen Schlagworten nur den Hinweis weiter; das Buch selbst liegt mir (noch) nicht vor.
<http://www.transcript-verlag.de/ts1098/ts1098.php>

6.4 Von Martina Löcker stammt ein Aufsatz "Parapsychologie und Hexenwesen" im soeben erschienen Band 26 der Zeitschrift "Mensch – Wissenschaft – Magie" (Mitteilungen der österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte) im Verlag Erasmus, Wien. Vermutlich erinnern sich noch viele an ihr Referat über dasselbe Thema im Rahmen unserer Gesellschaft im Oktober 2004.

7. Video-Clips auf YouTube:

7.1 Eleonore Zugun (von besonderer Relevanz für die Vorgeschichte unserer Gesellschaft)
<http://www.youtube.com/watch?v=vwcmjmaE7fs>
(www.GeisterNet.com schreibt dieses Filmmaterial Harry Price zu, das ist eindeutig falsch, in Wirklichkeit wurde der Film von der deutschen EMELKA gedreht)

7.2 Harry Price-Interview
<http://www.youtube.com/watch?v=Jdue2DqxFkw>

7.3 Houdini
<http://www.youtube.com/watch?v=QKdYxO63E58&feature=PlayList&p=61F0505E506F84B3&index=0>
(Vorsicht mit am Seitenrand umgebrochenen Links!)

Übrigens, mit dem Freeware-Programm "ClipFinder” von Ashampoo lassen sich Videos der bekannten Portale YouTube, Video Google, ClipFish, metacafe, MySpace, veoh etc. leicht finden und, was besonders praktisch ist, auch gleich auf den eigenen Rechner herunterladen. <http://www.ashampoo.com/frontend/products/php/product.php?session_langid=1&idstring=0055>


Prof. Peter Mulacz

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Newsletter N° 34 – Wien, 21 12 2008


INHALT:
=======

1. Rückblick auf die Tagung „Utrecht II“
2. Klinische Parapsychologie
3. Ausstellung „Goodbye and Hello“ in Bern
4. Neues On-line-Experiment (Rupert Sheldrake)
5. Versuchspersonen gesucht
6. IGPP-Praktika und Stellenausschreibung
7. Literaturhinweise
8. Generalversammlung
9. Sonstiges
10. Feiertagswünsche


1. RÜCKBLICK AUF DIE TAGUNG „UTRECHT II“:

Die Parapsychology Foundation hat nunmehr als ihren Blog #27 ihren zusammenfassenden Bericht über die Tagung auf <http://www.pflyceum.org/10.html> on-line gestellt (in englischer Sprache), mit vielen Bildern und zahllosen weiterführenden Links.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich zwei Korrekturen anbringen: „Utrecht II“ hat natürlich 55 Jahre nach „Utrecht I“ stattgefunden, und nicht, wie irrtümlich geschrieben, 50, und Wim Kramer hat seine sehr verdienstvolle organisatorische Tätigkeit nicht etwa als Privatmann ausgeübt, sondern namens des „Het Johann Borgman Fonds“ (HJBF), einer Organisation, deren wichtigstes Tätigkeitsfeld die Interaktion zwischen „Schulmedizin“ und „Alternativmedizin“ (einschließlich „Geistiger Heilung“) ist und die zwar mit zahlreichen Publikationen, jedoch nicht mit einer Internet-Präsenz an die öffentlichkeit getreten ist.


2. KLINISCHE PARAPSYCHOLOGIE:

Die oben erwähnte Stiftung HJBF hat 2007 eine Expertentagung zum Themenkreis Außergewöhnliche Erfahrungen/Parapsychologie und Psychohygiene/Psychotherapie veranstaltet. Der Tagungsband, „Clinical Aspects of Exeptional Human Experience. An Introductional Reader”, herausgegeben von Wim H. Kramer, Eberhard Bauer und Gerd H. Hövelmann, sollte in Kürze erscheinen.

Von Martina Belz ist gerade eine einschlägige Publikation erschienen:
<http://www.hogrefe.de/?mod=detail&ISBN=978-3-8017-1985-2>

Der hier auftretende Terminus „Klinische Parapsychologie“ scheint mir ambivalent. Einerseits assoziiert er eine Anbindung an die Klinische Psychologie und bringt somit die Parapsychologie näher an traditionelle akademische Fächer heran, was nur positiv sein kann, andererseits befürchte ich, daß er zu einer Stigmatisation der Rat- und Hilfesuchenden als „klinische Fälle“ führen kann; auch Personen, deren Anliege bloße Informationssuche ist, werden sich eher an einer „Parapsychologischen Beratungsstelle“ orientieren wollen.

Die bereits seit 2005 geplante Parapsychologische Beratungsstelle an der Ambulanz der SFU <http://sfu.ac.at/> Wien (vgl. Newsletter N° 23) ist bisher noch nicht realisiert. Das Projekt ist nach wie vor auf der Agenda für die Zukunft, aber doch ein wenig auf die „lange Bank“ geschoben.

Ein paar Links zum Thema:

Parapsychologische Beratungsstelle (mit neu gestylter Website)
 
Abteilung „Beratung und Information“ am IGPP, Website ebenfalls überarbeitet

Abstracts einschlägiger Publikationen:

<http://www.parapsych.org/papers/32.pdf>
<http://www.thieme-connect.de/ejournals/abstract/ppmp/doi/10.1055/s-2004-834682>

Weiters findet am IGPP am 13./14. März 2009 ein Theorie- und am 18./19. September 2009 ein Praxisseminar zum Thema „Psychotherapie und Beratung für Menschen mit außergewöhnlichen Erfahrungen“ statt, das sich an psychologische und ärztliche Psychotherapeut(inn)en und Berater(inn) in der psychosozialen Versorgung sowie Kandidat(inn)en in psychotherapeutischer Ausbildung wendet.
Info und Anmeldung unter <http://www.igpp.de/german/counsel/pdf/flyer_seminar_2009.pdf>.


3. AUSSTELLUNG „GOODBYE AND HELLO“ IN BERN:

Noch bis zum 5. Juli 2009 läuft im Museum für Kommunikation, Bern, die Ausstellung „«Goodbye & Hello» Im Dialog mit dem Jenseits“ <http://www.mfk.ch/ghwechselausstellung.html>, die von seiten der Veranstalter folgendermaßen charakterisiert wird: „Ein spannender, manchmal auch irritierender Rundgang durch die faszinierende Welt der Kommunikation mit dem Jenseits, in deren Zentrum Menschen und ihre Begegnungen mit dem Jenseits stehen.“


4. NEUES ON-LINE-EXPERIMENT VON RUPERT SHELDRAKE:
 
<http://www.sheldrake.org/experiments/jammuspic/>


5. EINLADUNG ZUR TEILNAHME AN EINEM EXPERIMENT – VERSUCHSPERSONEN GESUCHT:

Für eine Reihe von Telepathieversuchen werden in Wien ab der zweiten Jännerhälfte Versuchsteilnehmer gesucht, und zwar ausschließlich Paare, keine Einzelpersonen. „Paare“ können sein: Ehepartner, Freund/Freundin, Mutter/Kind, Geschwister (sehr gerne auch Zwillinge) – jedenfalls Personen, die miteinander emotional verbunden sind.
Nähere Details auf <http://experiment.parapsychologie.info> (Website noch in Arbeit, wird laufend aktualisiert.)


6. IGPP-PRAKTIKA UND STELLENAUSSCHREIBUNG:

Die „highlights“ der Seite <http://www.igpp.de/german/es/Aktuelles.htm>:

6.1 Versuchspersonen:
„Wir suchen immer wieder Personen, die gerne an einem psychophysiologischen Experiment teilnehmen möchten.“ Kontakt: <vp@igpp.de>

6.2 Praktikum:
„Dieses Angebot richtet sich an Psychologiestudenten/-innen mit abgeschlossenem Vordiplom (oder B.Sc.). Ein mindestens sechswöchiges Forschungspraktikum kann nach Absprache hier im Labor stattfinden; empfohlen wird eine Dauer ab 8 Wochen. Im Rahmen eines 6-Monatspraktikums ist auch die Durchführung eines eigenen Projekts möglich.“

6.3 Diplomarbeiten:
„Diplomarbeiten zu den thematischen Schwerpunkten des Psychophysiologischen Labors können in Kooperation mit der Universität Freiburg vergeben und am IGPP durchgeführt werden. Aktuell kann eine Diplomarbeit zum Thema ‚Psychophysiologie von Wahrheit und Unwahrheit’ jederzeit vergeben werden.“

6.4 HiWi – Stelle:
„Eine Stelle für eine wissenschaftliche Hilfskraft ist derzeit frei. Studierende der Psychologie mit Interesse an der psychophysiologischen Forschung können sich gerne bewerben.“


7. LITERATURHINWEISE:

7.1 Zoe Beloff, die Tochter des 2006 verstorbenen John Beloff, hat ein Buch „The Somnambulists. A Compendium of Source Material“ herausgebracht, dem auch eine DVD mit sechs Quick-Time Videoclips ihrer künstlerischer Installationen, teilweise unter Verwendung klassischen Filmmaterials, beiliegt. Das Buch von 110 Seiten reproduziert Text und viele Bilder von Janet, Myers, Breton und anderen. Der im Vordergrund stehende künstlerische Aspekt macht das Buch zu einem „artist’s book“.
Christine Burgin, New York, 2008.

7.2 Der Wissenschaftsjournalist und –autor Marco Bischof hat mit seinem neuen Buch „Der Kristallplanet. Globale Netze, platonische Körper und die Musik der Erde“ ein Buch verfaßt, daß zwar nichts mit Parapsychologie, sehr wohl aber mit Grenzbereichen der Wissenschaften zu tun hat, spannt es doch einen Bogen von den postulierten Gittersystemen der Erde, wie sie etwa aus der Radiästhesie bekannt sind, über die pythagoräische Tradition und das harmonikale Denken bis zum „Global Scaling“ und der Frage eines „universellen Hintergrundfeldes“. Obwohl viele dieser Themen traditionellerweise von der „Esoterik“ besetzt sind, legt der Autor hier eine gründliche, mit vielen Literaturangaben gestützte und gut illustrierte Recherche vor. Wenn auch nicht jeder Leser* für jeden Aspekt des reichhaltigen Buches (307 Seiten) das gleiche Interesse aufbringen wird, so mag man es doch mit Altmeister Goethe halten: „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen, und jeder geht zufrieden aus dem Haus.“
Drachen-Verlag, Klein-Jasedow, 2008.

*) Selbstverständlich sind mit einem Begriff im generischen Maskulinum stets die individuellen Vertreter beider Geschlechter gemeint. (Dies gilt für jeglichen meiner Texte, auch zukünftige.)

7.3 Von eher speziellem Interesse ist der folgende Band, dessen Relevanz für die Parapsychologie darin liegt, daß er einen Aufsatz von Ulrich Gruber über seinen Onkel, den Zoologen Karl Gruber enthält, und dessen Beziehungen zu Thomas Mann. Der Beitrag, der 52 Seiten umfaßt, trägt den etwas umständlichen Titel „’Okkulte Erlebnisse’ Der Arzt, Zoologe, Skipionier und Bergsteiger sowie Parapsychologe Professor Dr. Karl Gruber als Nachbar Thomas Manns“.
Karl Gruber war seinerzeit der engste Mitarbeiter von Albert Frh. v. Schrenck-Notzing und dessen „Kronprinz“, der dereinst seine Arbeit hätte weiterführen (und aufgrund seiner akademischen Verankerung auf eine wissenschaftssoziologisch akzeptablere Basis stellen) sollen, ist aber selbst tragischerweise noch zwei Jahre vor Schrenck gestorben.
Dirk Heißerer (Hg.): Thomas Mann in München IV. Vortragsreihe Sommer 2006.
Verlag peniope, München, 2008.

7.4 In der im Auftrag des IGPP von Eberhard Bauer und Michael Schetsche herausgegebenen und im Ergon-Verlag erscheinenden Buchreihe „Grenzüberschreitungen. Beiträge zur wissenschaftlichen Erforschung außergewöhnlicher Erfahrungen und Phänomene“, von der ich einzelne Bände bereits früher vorgestellt habe, sind mittlerweile sieben Bände erschienen, auf die hier nachdrücklich hingewiesen sei:
<http://www.igpp.de/german/eks/buchreihe.htm> bzw.
<http://www.ergon-verlag.de/de/start.htm?psychologie_grenzueberschreitungen.htm>.

7.5 Ebenfalls im Zusammenhang mit dem IGPP, nämlich durch die Person von Harald Atmanspacher, dem Leiter der Abteilung Theorie und Datenanalyse, steht der folgende, 340 Seiten starke Band – gerade rechtzeitig zum 50. Todestag des österreichischen Nobelpreisträgers erschienen:
H. Atmanspacher und H. Primas (Hrsg.):
Recasting Reality: Wolfgang Pauli's Philosophical Ideas and Contemporary Science.“
Springer-Verlag.

Vgl. dazu auch eine Sendung, die kürzlich auf ö1 ausgestrahlt worden ist. 

Die beiden Herausgeber Atmanspacher und Primas haben bereits 1995, ebenfalls im Springer-Verlag, ein einschlägiges Werk miteinander herausgebracht, das 2001 neu aufgelegt worden ist:
„Der Pauli-Jung-Dialog und seine Bedeutung für die moderne Wissenschaft.“

7.6 Das Buch „Außergewöhnliche Erfahrungen“ von Martina Belz wurde bereits unter Pkt. 2 erwähnt, sei aber hier im Kontext der Literaturhinweise nochmals aufgelistet. 


8. GENERALVERSAMMLUNG:

Die Generalversammlung unserer Gesellschaft am 19. Jänner 2009 wird – außer den vereinsgesetzlich festgelegten Fixpunkten – vor allem einen Punkt zu behandeln haben: geringfügige Adaptationen des Wortlauts unserer Statuten, damit diese mit den Vorgaben des Finanzamts kompatibel sind, mit dem Ziel, daß wir in Zukunft „abgabenrechtliche Begünstigungen“, wie es im Amtsdeutsch heißt, erhalten, was sich auf finanzielle Zuwendungen, insbesondere auf die Spendenbegünstigung auswirkt:
„Spenderinnen und Spender haben bei Zuwendungen an Wissenschaftsvereine … die Möglichkeit, Spenden bis zu 10% des Vorjahresgewinnes als Betriebsausgaben bzw. darüber hinaus bis zu 10% der Vorjahreseinkünfte als Sonderausgaben abzuziehen“ (Quelle: „Vereine und Steuern. Tips für Vereine und ihre Mitglieder“ <http://www.bmf.gv.at/Publikationen/Downloads/BroschrenundRatgeber/
Vereine_u_Steuern2007__fin.pdf>)

Wenn wir die Tagesordnung abgearbeitet haben, wollen wir es natürlich nicht mit den administrativen Belangen bewenden lassen und gleich heimgehen, sondern wir wollen den Rest der im Hörsaal zur Verfügung stehenden Zeit für einen Diskussionsabend verwenden, dessen Thema jedoch nicht vorgegeben ist, sondern den Wünschen der Anwesenden entsprechen soll. Während an der Generalversammlung nur Mitglieder teilnehmen dürfen, sind beim anschließenden Diskussionsabend (von dem wir rechnen, daß er ca. um 20:30h beginnen wird) auch Gäste willkommen.


9. SONSTIGES:

Die Ausstrahlung der für rund um Allerseelen/Allerheiligen angekündigten Fernsehproduktion für die Sendereihe „Kreuz und Quer“, in der es um Tod, Sterben, Jenseits, aber – damit verbunden – auch um das Leib-Seele-Problem an sich geht, hat nicht stattgefunden und ist seither mehrfach verschoben worden. Ein neues Datum steht noch nicht fest.


10. ANLÄSSLICH DER KOMMENDEN FEIERTAGE …

Zum Schluß wünsche ich, wie jedes Jahr, im Namen des Präsidenten und des Vorstandes unserer Gesellschaft allen Lesern dieses Newsletters – Mitgliedern, Gästen, Referenten unserer Gesellschaft und Interessenten in Nah und Fern – EIN FROHES WEIHNACHTSFEST und viel Glück im Neuen Jahr!


Prof. Peter Mulacz
 

– 
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österreichische Gesellschaft für Parapsychologie
und Grenzbereiche der Wissenschaften
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anthropologie der Universität Wien
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Der Newsletter der öGPP erscheint in unregel-
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Grundlegende Richtung dieses Newsletters (Blattlinie):
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wobei unter "Parapsychologie" die der Wissenschaftlichkeit
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Newsletter N° 33 – Wien, 12 10 2008


INHALT:
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1. Veranstaltungsprogramm für das Wintersemester
2. Symposien und Kongresse
3. Meyrink-Ausstellung
4. Personalia
5. Literaturhinweise
6. Sonstiges
 

1. VORTRÄGE und Symposium:

Unser nächster Vortrag – der erste im Wintersemester – findet am 20. Oktober statt; die Programmaussendung an unsere Mitglieder und eingetragene Interessenten ist bereits erfolgt. Wie immer ist unser Vortragsprogramm auch im Web <http://parapsychologie.ac.at/aktuell.htm> abrufbar.

Programm:

Ein paar Worte zu den einzelnen Veranstaltungen:

Der „Zauber“ der Montur
Dort, wo es um Entscheidendes geht - Sieg oder Niederlage in der Schlacht, mehr noch: Leben oder Tod – haben sich die Menschen immer schon magischer Hilfsmittel zu versichern gesucht. Daher kein Wunder, daß (in historischer Zeit, nicht in unserer nüchterneren Gegenwart) Uniformen, militärische Embleme, Waffen, Fahnen, Ehrenzeichen etc. voll sind mit „magischen“ Symbolismen, was der Referent anhand der Armeen Alt-österreichs aufzeigt. Dr. Zeinar, nicht nur Offizier i.R., sondern ausgewiesener Volkskundler (jetzt nennt man dies Fach gerne Europäische Ethnologie) und Kulturwissenschaftler, hat zum Thema ein gleichnamiges Buch publiziert und zuvor schon ein weiteres über Wiener Wallfahrten.

Das zweitägiges Symposion „Faszination des Okkulten“ wird gemeinsam mit den Herausgebern des gleichnamigen Buches veranstaltet - siehe nächster Abschnitt.

Wilfried Kugel, Berlin, wird, wie wir es bei ausländischen Referenten zur Spesenminimierung meistens machen, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zu uns sprechen. Dr. Kugel, eigentlich Physiker, hat schon Mitte der Siebzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts an der Freien Universität Berlin eine studentische Forschungsgruppe für Parapsychologie geleitet. Später ist er mit einigen Buchpublikationen hervorgetreten, zunächst über den „Hellseher“ Erik Jan Hanussen (recte Hermann Steinschneider), eine Arbeit, die vom IGPP gefördert worden ist, sodann über den Reichstagsbrand (wenn man die Biographie Hanussens kennt, ist der thematische Zusammenhang klar), und zuvor schon über den Schriftsteller Hanns Heinz Ewers. Sein erster Vortrag wird über Einstein und die Parapsychologie sein (nota bene: über Einstein, nicht über Relativitätstheorie und Parapsychologie), sein zweiter über Präkognition, insbesondere im Kontext des „Zufallsgenerators“ Roulette.

Im Jänner des kommenden Jahres müssen wir aus vereinsrechtlichen Gründen die periodische Generalversammlung abhalten. Wir rechnen mit einer Dauer von einer halben Stunde; nachdem es unfair wäre, einem Referenten eine verkürzte Redezeit zuzuweisen, und nachdem es andererseits nicht sehr sinnvoll wäre, wenn man sich schon einen Abend frei genommen hat, nach einer halben Stunde wieder heimzugehen, haben wir uns – wie schon bei der letzten Generalversammlung – dazu entschlossen, den Rest der Zeit einer Diskussion über aktuelle Fragen der Parapsychologie zu widmen, ohne daß ein bestimmtes Thema vorgegeben ist.
 


2. SYMPOSIEN und Kongresse:

2.1 „Faszination des Okkulten“
Das Symposion „Faszination des Okkulten“, das einen Teil unseres Semesterprogramms darstellt, wird von unserer Gesellschaft in Kooperation mit den Herausgebern des gleichnamigen Buches veranstaltet, welche ihrerseits (Müller-Funk) im Institut für Germanistik der Universität Wien bzw. (Tuczay) darüber hinaus auch an der Akademie der Wissenschaften verankert sind. Beide Persönlichkeiten waren bereits Referenten im Rahmen unserer Veranstaltungen, Müller-Funk beim Mesmer-Symposium auf Schloß Rothmühle und Tuczay mehrmals mit verschiedenen Themen, von antiker Divination bis zu den magischen Vorstellungen der Gauner und Verbrecher zu den Zeiten der k.u.k. Monarchie.
Das unserer Aussendung beigelegte Programm des Symposions hat mittlerweile einige Detailänderungen erfahren; eine immer aktuell gehaltene Version des Programms findet sich immer unter <http://parapsychologie.ac.at/programm/faszination_d_okkulten.pdf>. Weiters können unter <http://parapsychologie.ac.at/programm/folder_faszination-1.pdf> bzw. <http://parapsychologie.ac.at/programm/folder_faszination-2.pdf> die Vorder- und Rückseite des Programm-Flugblattes heruntergeladen werden.
Der Untertitel des Buches, „Diskurse zum Übersinnlichen“, ist vom parapsychologischen Standpunkt aus wenig glücklich gewählt, sprechen wir doch vom „Außersinnlichen“, um die mit dem Begriff „übersinnlich“ einhergehende Assoziation einer ins Metaphysische weisenden Schichtenontologie zu vermeiden. Daher habe ich für das Symposium den Untertitel „Literatur und Okkultismus“ gewählt, der zumindest thematisch zutreffend ist.
Die bibliographischen Daten des dem Symposium zugrundeliegenden Sammelbandes lauten:

Faszination des Okkulten: Diskurse zum Übersinnlichen.
Hrsg. Wolfgang Müller-Funk und Christa A. Tuczay.
Francke-Verlag, 2008.

Allerdings muß angemerkt werden, daß sich das Werk mit einem Verkaufspreis von ¤ 68,– eher an Bibliotheken als an Privatinteressenden wendet.

2.2 „Utrecht II“
Im Jahr 1953 hielt die kurz zuvor (1951) gegründete Parapsychology Foundation (kurz PF) ihren ersten internationalen Kongreß in Utrecht, Niederlande, ab: „First International Utrecht Conference on Parapsychology“. Heuer, fünfzig Jahre später, findet demnach nunmehr „Utrecht II“ statt, unter dem Titel: „Parapsychology Foundation International Conferences. Utrecht II: Charting the Future of Parapsychology” (15.-18. Oktober). Die Konferenz findet aufgrund einer Anregung des rührigen niederländischen Parapsychologen Wim Kramer statt und wird von der PF unter Federführung der bewährten Carlos Alvarado und Nancy Zingrone organisiert. Weiterführende Informationen lassen erkennen, in welche Richtung sich die einzelnen Referenten die Zukunft der Parapsychologie vorstellen, auch wenn die sehr beschränkte Teilnehmerzahl (mittlerweile völlig ausgebucht) weitere Partizipierende nicht zuläßt.

2.3 Basler Psi-Tage
Die bekannten „Psi-Tage“ in Basel – an denen vielfach Mitglieder unserer Gesellschaft teilgenommen haben und über die auch neue Mitglieder zu uns gefunden haben – werden nicht mehr fortgesetzt. Das thematische Abdriften von Fragen der Parapsychologie immer mehr in Richtung „Esoterik“ macht den Abschied von Psi-Tagen leicht, auch wenn mir der Aufenthalt in der schönen Stadt Basel immer viel Freude bereitet hat.
Eine authentische Stellungnahme zu den Gründen für das endgültige Aus gibt Lucius Werthmüller hier.
 


3. MEYRINK-Ausstellung in Amsterdam

Die „Library of Hermetic Philosophy“ (Ritman-Library) in Amsterdam bereitet eine Ausstellung über Gustav Meyrink vor. Die Ausstellung läuft vom 21. Nov. 2008 bis 29. Mai 2009; die feierliche Eröffnung wird in der Westerkirche stattfinden – was die Bedeutung und den Rahmen der Ausstellung unterstreichen möge – und es werden dazu vier Vorträge stattfinden.
Als Begleitpublikation wird folgendes Buch erscheinen:

Theodor Harmsen: Der magische Schriftsteller Gustav Meyrink, seine Freunde und sein Werk beleuchtet anhand eines Rundgangs durch die Meyrink-Sammlung der Bibliotheca Philosophica Hermetica, Amsterdam, unter Verwendung weiterer Sammlungen. Mit einer Einleitung von J. R. Ritman.
Amsterdam, Verlag: In de Pelikaan, 2008.

(Der Titel zeigt, daß das Buch in deutscher Sprache verfaßt ist, es ist überaus reich illustriert.)
 


4. PERSONALIA:

4.1 Editha Hörandner
Gexi Tostmann ist der „Seitenblicke“-Gesellschaft als Designerin von Trachtenmode bekannt; weniger bekannt ist, daß sie absolvierte Volkskundlerin ist und, vom magischen Volksglauben ausgehend, Interesse an den „Grenzgebieten“ hat. Als sie noch ihr Geschäft in Wien betrieben hat, war sie die rührige Obfrau des „Kulturvereins Mölkerstiege“, der damals im Souterrain ihrer Räumlichkeiten eine einschlägige Vortragsreihe veranstaltet hat. Dieses „damals“ mit einer Jahreszahl zu versehen, ist mir nicht möglich, jedenfalls ist es schon sehr lange her. Seit „damals“ also kannte ich Editha Hörandner, die dort, ebenso wie der mittlerweile längst verstorbenen Otto König (Stichwort „Wilheminenberg“) und ich selbst, ein Referat gehalten hat. Damals war sie noch Dozentin, später ist sie auf den Lehrstuhl nach Graz berufen worden. Den Plan, daß sie im Rahmen unserer Gesellschaft einen Vortrag halten möge, haben wir seit langem ventiliert und mehrfach verschoben, teilweise wegen ihrer gesundheitlicher Turbulenzen, teilweise auch, weil sie meinte, nach ihrer Emeritierung mehr Zeit dafür zu finden. Nun ist sie nicht bloß von ihrer Universität emeritiert, sondern leider auch aus dem Leben geschieden – während eines Spitalsaufenthaltes ist sie, trotz schwerer chronischer Krankheit plötzlich und unerwartet, am 20. Juni 2008 verstorben. Meines Erinnerns ist es in unserer Gesellschaft das erste Mal, daß ein bereits vorangekündigter Vortrag aufgrund des Todes des Referenten nicht stattfinden kann.

4.2 Ernst Meckelburg
Ernst Meckelburg, am 29. August 2008 im Alter von 81 Jahren verstorben, war ein überaus fruchtbarer „Sachbuch“-Autor auf dem Gebiet der Grenzwissenschaften. Zu seiner Produktivität: eine Suche mit dem Suchbegriff „meckelburg, ernst“ listet auf http://amazon.de nicht weniger als 40 Bücher auf. Von der Frage der Quantität zu der der Qualität übergehend, so ist ganz allgemein das Genre „Sachbuch“ mit anderen Maßstäben zu messen als man sie bei wissenschaftlichen Büchern anlegen würde. Insofern sollte man mit Meckelburg vielleicht nicht so streng ins Gericht gehen, wie ein bekannter deutscher Parapsychologe, der ihn als einen „Sensationsautor“ bezeichnet hat. Ich denke, daß schon ein gewisses Verdienst darin besteht, einschlägige Fragen in einer Form aufzubereiten, die sie für weiteste Kreise interessant macht. Dennoch habe ich mich veranlaßt gesehen, mich anläßlich einer Rezension eines seiner Bücher („Geheimwaffe PSI“) eher negativ zu äußern, wobei mir Hans Bender nachher vorgehalten hat, zu milde gewesen zu sein, er hätte eher einen völligen Verriß geschrieben. Wie dem auch sei, nun kann Meckelburg das Jenseits, an das er geglaubt hat, selber in Augenschein nehmen (oder auch nicht); jedenfalls sei noch festgehalten, daß ich den Menschen Ernst Meckelburg als eine liebenswürdige Persönlichkeit in Erinnerung habe.
 


5. LITERATURHINWEISE:


5.1 Thalassa
Die in Budapest erscheinende psychoanalytische Zeitschrift Thalassa (ISNN 0865-9362) hat soeben (2008/2) in einer Spezialnummer die Publikation des Briefwechsels Sándor Ferenczi – Ernest Jones gebracht, herausgegeben und mit interessanten Anmerkungen versehen von Melinda Friedrich. Es handelt sich um Dokumente, die vielfach Bezüge zur Frage der Telepathie enthalten und deshalb nicht bloß für die Analytiker, sondern auch für die Parapsychologen von Relevanz sind – zugegebenermaßen mehr von historischem als von inhaltlichem Interesse, weil dieser Punkt nicht gerade tiefschürfend abgehandelt wird. Die Korrespondenz hat von seiten Ferenczis in Deutsch, von seiten Jones’ in Englisch stattgefunden. Jedenfalls eine interessante Lektüre auch zur Geschichte der Psychoanalyse.

5.2 Hier seien, falls jemand direkt zu diesem Punkt 5 gesprungen ist, nochmals die bereits an verschiedenen Stellen des Textes erwähnten Bücher (sofern nicht vergriffen) zusammengefaßt: